Es war eine dieser Ideen, die einfach im Raum stehen und plötzlich alles in Bewegung setzen. André sprach uns in der Zero Waste Nürnberg-Gruppe an: „Wusstet ihr, dass es diese Ausschreibung für die Kulturhauptstadt-Bewerbung gibt? Was könnten wir einreichen?“ Plötzlich war die Energie da. Die Chance, unsere Vision von einer müllfreieren, nachhaltigeren Stadt auf eine größere Bühne zu bringen. Doch die Zeit war knapp: Nur zwei, drei Tage bis zum Bewerbungsschluss. Also machten wir uns an die Arbeit – und bewiesen, was passiert, wenn ein paar engagierte Menschen einfach loslegen.
Die Idee: Ein Kongress für alle, die Nürnberg verändern wollen
Die Frage war nicht ob, sondern was wir einreichen könnten. Schnell stand fest: Es sollte ein Projekt sein, das Nürnberg als ganze Stadt anspricht – Bürger:innen, Politik, Wirtschaft und Verwaltung. Ein Projekt, das nicht nur Theorie bleibt, sondern konkret etwas bewegt. Die Idee eines Kongresses war geboren: „Nürnberg goes ZeroWasteCity“.
Unser Ziel? Eine Plattform schaffen, auf der alle zusammenkommen, um ein ehrgeiziges Müllvermeidungsprogramm zu entwickeln. Mit Workshops, Podiumsdiskussionen und praktischen Lösungen für den Alltag. Wir wollten zeigen: Zero Waste ist kein Traum, sondern machbar – und Nürnberg könnte Vorreiter sein.
Denn wir hatten bereits erste Erfolge vorzuweisen: Kooperationen mit Kitas, einem Café, einer Wäscherei und einem Reisebüro, die als Leuchtturmprojekte vorangehen. Unser „Frängaroo“, der fränkische Brotbeutel-Känguru-Beutel, hatte 2017 sogar den ersten Platz bei der Europäischen Woche der Abfallvermeidung gewonnen. Warum also nicht noch einen Schritt weitergehen?
Drei Tage, ein Text, ein Video – und die Bewerbung war raus
Die Zeit drängte. Zusammen mit André formulierte ich die Projektbeschreibung, fasste die Vision zusammen und arbeitete die Bewerbung aus. Es ging nicht um Perfektion, sondern darum, unsere Leidenschaft und unseren Willen rüberzubringen. Was treibt uns an? Warum ist Zero Waste in Nürnberg so wichtig?
- Weil Müll kein Schicksal ist, sondern eine Entscheidung.
- Weil wir Verantwortung übernehmen wollen – für unsere Stadt und für die Menschen, die unter den Folgen unseres Konsums leiden.
- Weil Nachhaltigkeit keine Randerscheinung sein darf, sondern mitten in die Kultur gehört.
Ich schrieb nicht nur den Text, sondern drehte auch ein kurzes Video, um unsere Idee greifbar zu machen. Dann ging alles ganz schnell: Wir reichten ein, hielten die Daumen – und kamen tatsächlich in die nächste Runde!
Die Vision: Nürnberg 2025 – eine Stadt ohne Wegwerfmentalität
Unser Traum war klar: Bis 2025 sollte Nürnberg die „un-Kultur“ des Wegwerfens hinter sich lassen. Statt Einwegplastik und gedankenlosem Konsum wollten wir eine Stadt, in der Müllvermeidung selbstverständlich wird. Eine Stadt, in der Bürger:innen, Unternehmen und Politik gemeinsam Lösungen entwickeln.
Der Kongress sollte der Startschuss sein:
- Podiumsdiskussionen mit Expert:innen aus Zero-Waste-Städten wie Kamikatsu (Japan)
- Workshops zum plastikfreien Leben und nachhaltigem Produktdesign
- Vernetzung von Initiativen, die schon heute zeigen, wie es geht
Wir wollten nicht nur reden, sondern Handlungsimpulse geben – für jeden Einzelnen, für die Stadt, für die Region.
Fast geschafft – und trotzdem ein Erfolg
Leider haben wir es am Ende nicht in die finale Auswahl geschafft. Aber war das ein Misserfolg? Nein. Denn manchmal geht es nicht nur um das Ziel, sondern um den Weg.
- Wir haben gelernt, wie schnell man gemeinsam etwas auf die Beine stellen kann.
- Wir haben gemerkt, wie viel Unterstützung es für Zero Waste in Nürnberg gibt.
- Und wir haben gezeigt: Wenn man will, kann man in kürzester Zeit Großes bewegen.
Dass wir es in die engere Auswahl geschafft haben, war Bestätigung genug: Unsere Idee war gut. Sie war wichtig. Und sie bleibt aktuell.
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