„Kehrd-wärd!“ 28. April 2018

„Kehrd-wärd!“: Als wir die Südstadt mit Lastenrad, Besen und Zero-Waste-Ideen aufräumten 28. April 2018 – Ein Samstag, der Nürnberg sauberer und uns ein Stück näher zusammenbrachte

Es war einer dieser sonnigen Tage, an denen man spürt: Jetzt geht’s los. Mit dem Lastenrad „Klara“, Besen, Greifzangen und einer großen Portion Enthusiasmus trafen wir uns in der Südstadt – nicht nur, um Müll zu sammeln, sondern um zu zeigen: Zero Waste ist kein theoretisches Konzept, sondern gelebte Praxis – mit einen unserer ersten Infostände.

Unser „Kehrd-wärd“-Stand (ein Wortspiel, das nur Nürnberger:innen so richtig verstehen 😉) war schnell aufgebaut: Ein buntes Plakat mit Alternativen zu Einwegprodukten („Mehrwegbecher statt Coffee-to-go!“, „Stofftasche statt Plastiktüte!“ – danke Anne!), ein Lastenrad voller Utensilien und jede Menge neugierige Passant:innen, die stehen blieben, um zuzuhören – oder gleich mitzuhelfen.


Was wir an diesem Tag schafften

  • Müll sammeln, aber mit System: Wir durchkämmtem die Straßen und Parks der Südstadt – und fanden Zigarettenkippen, Verpackungen und sogar einen alten Staubsauger.
  • Aufklärung mit Charme: Unser Plakat mit den Zero-Waste-Alternativen (siehe Foto) war der Hingucker: Von Bambuszahnbürsten über Stofftaschentücher bis zu unverpackten Snacks – wir zeigten, wie einfach der Einstieg sein kann. „Das probier ich aus!“, hörte man immer wieder.
  • Gemeinschaft statt Einsamkeit: Ob Familien mit Kindern, Studierende oder Senior:innen – jede:r packte mit an. Besonders schön: Eine Mutter mit Baby im Tragegurt, die sich zu uns gesellte und sagte: „Ich will, dass mein Kind in einer Stadt ohne Plastikmüll aufwächst.“ – Hopla! das ist ja Anne 😉
  • Das Lastenrad „Klara“ – unser auffälliges, gelbes Gefährt mit kreativen Graffiti – begeisterte nicht nur als Transportmittel, sondern wurde zum Mittelpunkt vieler Gespräche. Besonders häufig kam die Frage auf: „Darf man das eigentlich ausleihen?“ Wir nutzten die Gelegenheit, um über die einfache Buchung auf lastenradfueralle.de zu informieren. Ein besonderer Fakt: „Klara“ war das allererste Lastenrad, das unser „Mutter-Verein“ Bluepingu e.V. in seinen Bestand aufgenommen hat.

Warum dieser Tag unvergesslich war

  • Weil wir zeigten, dass Zero Waste Spaß macht. Müll sammeln klingt nach Arbeit – aber mit Musik, Gesprächen und dem Gefühl, etwas zu bewegen, wurde es zu einem Fest.
  • Weil wir Menschen erreichten, die sonst nie zu einem Vortrag gekommen wären. „Ich wusste gar nicht, dass es so einfache Alternativen gibt!“, sagte eine Passantin – und nahm sich gleich einen Flyer mit.
  • Weil wir bewiesen: Jede:r kann mitmachen. Ob 5 Minuten oder 2 Stunden – Hauptsache, man fängt an.

Was blieb? Mehr als nur saubere Straßen

Am Ende des Tages waren nicht nur die Wege der Südstadt ein bisschen sauberer, sondern auch unsere Gemeinschaft ein Stück größer. Wir hatten neue Mitstreiter:innen gewonnen, viele Gespräche geführt – und vor allem: gezeigt, dass Nachhaltigkeit kein Verzicht ist, sondern eine Einladung.

Unser Stand war in Rekordzeit einsatzbereit – und das ganz ohne aufwendige Technik oder teure Pavillons. Während unsere Nachbarn von der Abfall- und Müllberatung der Stadt Nürnberg noch ihre beiden strahlend weißen, professionellen Stände aufbauten, waren wir mit zwei Handgriffen und einem einfachen Aufbau fertig. Die Besucher:innen schätzten die unkomplizierte und offene Atmosphäre, die unser Stand ausstrahlte.

Fun Fact: Als wir ankamen, waren unsere Nachbarn noch mitten im Aufbau ihrer hochwertigen Pavillons. Wir hingegen brauchten nur zwei Minuten, um alles startklar zu haben. Ein kleiner, aber feiner Unterschied, der zeigte: Manchmal gewinnt nicht der größte, sondern der sympathischste Stand!


PS: Wer genau hinschaut, sieht auf den [Fotos](LINK ZU DEN BILDERN) nicht nur Müllsäcke, sondern **lächelnde Gesichter und eine Stadt, die langsam versteht: Zero Waste ist kein Traum – es ist machbar. Und es fängt bei dir an.